Produktfotografie: Das Objekt ist der Hero und es will in Szene gesetzt werden | Foto: Dave Meier
VG WORT Zählpixel.

Seine eigenen Produkte ins rechte Licht zu rücken ist extrem wichtig, aber nicht immer einfach. Insbesondere bei Online-Shops kann die Qualität der Bilder maßgeblich über Erfolg und Misserfolg bestimmen. Durch meine Arbeit an dieser Website habe ich einige Erfahrungen im Bereich Produktfotografie sammeln können. Diese möchte ich hier gerne mit Ihnen teilen. Dabei geht es um sehr ordentliche Resultate, die man in den eigenen vier Wänden erzielen kann. Nicht um Fotografie im Profi-Bereich.

Ich bin selbst Autodidakt. Daher wende ich mich in erster Linie an Einsteiger, Fortgeschrittene und alle Interessierten, die ähnliche Ergebnisse erzielen möchten, wie jene in unserem eigenen Shop. Damit Sie sich hoffentlich einiges an Zeit und Recherche-Arbeit sparen können, werde ich das Thema hier in der Breite besprechen. Vertiefende Artikel folgen später.

Eines noch vorweg: Ich schreibe in diesem Beitrag ausschließlich über digitale Produktfotografie. Ich weiß, dass einige auch heute noch mit analogen Lösungen arbeiten. Aber ich habe auf diesem Gebiet keine Erfahrung und klammere es daher aus. Also. Nun gut. Dann legen wir mal los.

1. Grundlagen der Produktfotografie

Die Produktfotografie (auch Objekt- oder Gegenstandfotografie) ist eine Disziplin innerhalb der Werbefotografie. Sie folgt daher ganz speziellen Regeln und ästhetischen Konventionen. Man muss nicht studiert haben um gute Fotos zu machen, aber es gibt einige nützliche Basics, die man wissen sollte. Hier ein paar Punkte, die mir zu Beginn geholfen haben:

  • Ziel ist es, das Produkt möglichst realitätsnah zu fotografieren. Auch und gerade bezüglich Größenverhältnissen und Inszenierung: Kleidung zeigt man also z.B. mit Puppen oder Modells, Bilder werden in einem passenden Bilderrahmen präsentiert etc.
  • Das bedeutet auch, dass Farben so wirklichkeitsgetreu wie möglich wiedergegeben werden sollen. Insbesondere um Retouren und generell Enttäuschungen beim Kunden zu verhindern.
  • Insofern möglich, sollte das Produkt immer aus unterschiedlichen Perspektiven und von allen Seiten gezeigt werden.
  • Die finalen Bilder sollen scharf, gut belichtet und kontrastreich sein. Achten Sie auf den Mindestabstand zum Produkt, damit keine unschönen Verzerrungen entstehen.
  • Egal ob für Katalog, Flyer oder Internet: Ein einheitlicher Look der Produktbilder ist wichtig. Das gilt besonders für den Hintergrund. Diesen am besten dezent, in einer Farbe und nicht zu unruhig gestalten - das Produkt ist der Hero.
  • Unterschiedliche Produkte haben unterschiedliche Anforderungen. Bei glänzenden Objekten müssen die Reflektionen gebändigt werden, große Gegenstände erfordern viel weitere Abstände und z.B. Food ist ein Spezialgebiet für sich. Das sollte man auch im Hinterkopf behalten, falls es zu Problemen kommt. Denn dann kann man gezielter nach geeigneten Lösungen suchen.
  • Bei der Shooting-Planung auch daran denken, dass man für eine gelungene Inszenierung ggf. Deko-MaterialKleines Quadrat mit Pfeil nach oben rechts. und kleines Equipment benötigt: z.B. Klebeband, Posterstrips, Knetmasse, Heftklammern, Buchstützen usw.

2. Die Wahl der passenden Kamera

Es gibt eine Unzahl von verschiedenen Fotokameras auf dem Markt. Einerseits ist das prima, denn dies bringt automatisch eine große Auswahl für (Hobby-) Fotografen mit sich. Zudem wirkt sich der starke Wettbewerb in diesem Bereich für uns alle positiv auf die Preise aus. Andererseits kann die große Anzahl an Optionen aber auch abschrecken. Insbesondere Anfänger. Die richtige Kamera zu finden ist in der Tat nicht ganz einfach. Aber es gibt einige Fragen, deren Beantwortung einem selbst bei der Entscheidungsfindung helfen kann.

2.1 Welche Kamera-Art möchte ich haben?

Legt man Wert auf einfache Bedienung, Automatisierung sowie geringe Größe, dann spricht dies eher für die Anschaffung einer Kompaktkamera. Diese sind zwar etwas unflexibler, da sie in der Regel nur wenige manuelle Einstellmöglichkeiten und nur selten die Verwendung verschiedener Objektive erlauben, zugleich aber auch oft sehr günstig. Brauchbare Modelle gibt es schon ab ca. 70 Euro. Hier die TOP 5 der Amazon.de Bestseller-Liste (Stand: 14.5.2016):

NAMEPIXELMENGEOPTISCHER ZOOMDISPLAY
Canon PowerShot SX710 HSKleines Quadrat mit Pfeil nach oben rechts.20,3 Megapixel30-fach3 Zoll
Nikon Coolpix S33Kleines Quadrat mit Pfeil nach oben rechts.13,2 Megapixel3-fach2,7 Zoll
Sony DSC-RX100Kleines Quadrat mit Pfeil nach oben rechts.20 Megapixel3,6-fach3 Zoll
Canon IXUS 170Kleines Quadrat mit Pfeil nach oben rechts.20 Megapixel12-fach2,7 Zoll
Nikon Coolpix L340Kleines Quadrat mit Pfeil nach oben rechts.20,2 Megapixel28-fach3 Zoll

In der Regel größer, schwerer und im Durchschnitt deutlich teurer, sind Spiegelreflexkameras. Diese Kamera-Art empfiehlt sich eher für die professionelle Produktfotografie und bietet im Vergleich zu den Kompaktkameras im Allgemeinen einige Vorteile. Dazu gehört z.B., dass sich die Settings umfangreich manuell ändern lassen. Zudem existiert meist sehr viel Zubehör. Und Blitz sowie Objektiv lassen sich austauschen. Auch gibt es unter den Spiegelreflexkameras Modelle, die deutlich schneller auslösen und über umfassende Serienbild-Funktionen verfügen. Einfach ausgedrückt: Man kann mit diesem Kamera-Typ einfach mehr machen als mit Kompaktkameras.

Wenn Sie speziell bei diesem Thema noch weiter in die Tiefe gehen möchten, dann könnte dieser Artikel interessant für Sie sein: Amazon Ratgeber SpiegelreflexkamerasKleines Quadrat mit Pfeil nach oben rechts.. Ich selber realisiere meine Aufnahmen bei der Produktfotografie mit einem Vorgängermodell der Canon EOS 700DKleines Quadrat mit Pfeil nach oben rechts. und kann diese Modellreihe nur empfehlen. Sie ist einfach zu bedienen und macht akkurate Bilder. Spiegelreflexkameras haben aber auch, wie gesagt, ihren Preis. Die fünf meistverkauften Modelle mit Objektiv auf Amazon.de bewegen sich z.B. in einer Preisspanne von ca. 350 bis 1.500 Euro (Stand: 14.5.2016):

NAMEPIXELMENGEOBJEKTIVDISPLAY
Canon EOS 700DKleines Quadrat mit Pfeil nach oben rechts.18 MegapixelEF und EF-S3 Zoll
Nikon D5300Kleines Quadrat mit Pfeil nach oben rechts.24,2 MegapixelAF-S und weitere3,2 Zoll
Nikon D7200Kleines Quadrat mit Pfeil nach oben rechts.24,2 MegapixelAF-S3,2 Zoll
Canon EOS 1200DKleines Quadrat mit Pfeil nach oben rechts.18 MegapixelEF und EF-S3 Zoll
Canon EOS 6DKleines Quadrat mit Pfeil nach oben rechts.20,2 MegapixelEF-Objektive (kein EF-S)3 Zoll

2.2 Welche Auflösung brauche ich für meine Produktfotografie?

Es ist wirklich erstaunlich, wie rasant sich die Anzahl der möglichen Megapixel von Digitalkameras in den letzten Jahren erhöht hat. Doch braucht man wirklich eine Kamera mit 24 oder mehr Megapixeln um selbst gute Produktfotografie hinzubekommen? Meiner Meinung nach nicht wirklich. Eine Kamera mit mehr Megapixeln macht nicht automatisch bessere Fotos. Rein technisch haben mehr Megapixel den Vorteil, dass man Bilder ohne Qualitätsverluste in größeren Formaten ausdrucken kann.

Die immer höheren Zahlen auf den Verpackungen kommen vor allem dem Produkt-Marketing zugute. Natürlich muss jeder für sich selbst prüfen, was er braucht. Aber als grobe Orientierung: Ab ca. 5 Megapixeln kann man seine Bilder mit sehr hoher Qualität im Format DIN A4 ausdrucken. Von ca. 5 bis 12 Megapixel sollte es, je nach Kamera, für gute bis sehr gute Ausdrucke im Format DIN A3 reichen. Genügt einem dies, bzw. will man ohnehin nur online veröffentlichen, kann man bei einem Modell innerhalb dieser Range problemlos zuschlagen.

2.3 Brauche ich Bildstabilisatoren?

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, Bildstabilisatoren zu nutzen. Diese sind entweder in der Kamera vorhanden, was aber meist nicht so gut funktioniert, da sie sich über höhere ISO-Werte Bildstabilisation auf Kosten der Qualität "erschummeln". Oder man kauft sich für seine Spiegelreflexkamera ein Objektiv mit entsprechender, eingebauter Funktion. Das kann sich zwar sehr positiv auf die Ergebnisse der Produktfotografie auswirken, aber zugleich leider auch sehr negativ auf den eigenen Kontostand. Aus eigener Erfahrung empfehle ich daher, und damit schließt sich der Kreis, sich ein gutes Stativ zu basteln, oder zu kaufen. Zudem der Tipp: Hat Ihre Kamera einen Selbstauslöser, dann benutzen Sie diesen. Das minimiert das Risiko von Verwacklern zusätzlich.

Produktfotografie: Diverse Fotokamera-Objektive.
Produktfotografie: Diverse Objektive | Foto: Evan Wise

2.4 Welche Rolle spielen Makro-Funktionen?

Makro- bzw. Nah-Aufnahmen, spielen bei der Produktfotografie eine extrem wichtige Rolle. Mittels der Makro-Funktion einer Kamera lassen sich Qualitäten und Details von Objekten hervorheben. Gerade beim Verkauf im Internet ist dies unerlässlich. Zeigen Sie Ihre Produkte aus verschiedenen Richtungen und Winkeln. Betonen Sie Besonderheiten mit Nah-Aufnahmen. So erhöhen sich die Verkaufschancen erheblich.

Ich habe bei den Aufnahmen für unseren Shop beispielsweise teilweise Papierstruktur und Farbeigenschaften der Bilder hervorgehoben - hier ein konkretes Beispiel dafür: „Over the Ocean“. Mittlerweile verfügen eigentlich alle Kameras über einen Makro-Modus. Für Spiegelreflexkameras sind darüber hinaus noch spezielle Makro-Objektive erhältlich.

2.5 Welchen Zoom benötige ich?

Ganz allgemein gesprochen sollten Sie nach einer Kamera mit mindestens 3- bis 5-fachem optischem Zoom Ausschau halten, damit Sie bei Ihrer Produktfotografie flexibel arbeiten können. Heutzutage erfüllen dies schon fast alle Einstiegskameras. Das Wort optisch ist hier aber entscheidend. Denn mit dieser Variante erzielen Sie deutlich bessere Resultate als mit den, von vielen Herstellern ausgelobten, digitalen Zooms. So kann es z.B. manchmal ganz passend sein, den Abstand zum Produkt zu erhöhen um dann mittels optischem Zoom verschiedene Effekte zu erzielen. Dies kann die Ergebnisse ihrer Produk interesanter machen.

2.6 Brauche ich ein Display?

Der größte Vorteil eines Displays ist sicherlich, dass man Bilder sofort am Aufnahmeort prüfen kann. Dafür sollte es dann aber auch eine entsprechende Größe sowie Leuchtkraft aufweisen. So kann man grundsätzlich - und insbesondere bei starkem Sonnenschein - alles gut darauf erkennen. Bei Aufnahmen in starkem Sonnenlicht kann auch ein Sucher an der Kamera helfen. Verfügt ihr Modell also über beides, Display und Sucher, so gibt ihnen dies mehr Flexibilität.

2.7 Über welche ISO-Werte muss die Kamera verfügen?

Der ISO-Wert gibt Auskunft darüber, wie lichtempfindlich der Bildsensor der Kamera ist. Umso höher der ISO-Wert ist, desto besser kann man unter schlechten Lichtverhältnissen arbeiten. Dies darf aber eigentlich kein ausschlaggebender Faktor bei der Produktfotografie sein. Denn generell sollte man seine Produkte für Aufnahmen immer sehr gut ausleuchten. Das ist auch im Heimstudio ohne Probleme möglich. Weiter unten gleich mehr dazu. ISO-Werte oberhalb von 800 sollten Sie also nicht benötigen.

Produktfotografie: Achten sie auf möglichst optimale Einstellungen.
Produktfotografie: Achten Sie auf möglichst optimale Einstellungen | Foto: Trent Yarnell

3. Optimale Kamera-Settings verwenden

Achten Sie vor allem auf Folgendes, damit Sie bestmögliche Produktfotos erhalten und effizient arbeiten können:

  • Batterie voll aufladen: Klingt trivial, ist aber sehr wichtig. Stellen Sie sicher, dass die Batterien der Kamera voll aufgeladen sind bevor Sie mit der Arbeit beginnen. Nichts ist schlimmer, als ein jähes Ende einer kreativen Session nur weil der Akku plötzlich leer ist.
  • Bildformat und Qualität: Stellen Sie das gewünschte Bildformat ein (JPEG, RAW etc.) und überprüfen Sie kurz ob Sie die richtige Qualität für ihre Fotos gewählt haben. Im Normalfall sollte man die bestmögliche Aufnahmequalität wählen um später möglichst flexibel bei der Bildbearbeitung zu sein.
  • Weißabgleich machen: Bevor man mit den Aufnahmen beginnt, sollte man kurz einen Weißabgleich durchführen. Damit teilt man der Kamera mit, welche Farbtemperatur das Licht hat mit dem man fotografiert. Das Ziel: Weiß soll später auch wirklich als Weiß abgebildet werden - ohne Farbstich. Fast alle modernen Kamera-Modelle haben dafür automatisierte Programme. Kennt man sich schon besser aus, kann man den Weißabgleich auch manuell vornehmen.
  • Blende: Wird zur Variierung der Tiefenschärfe genutzt. Natürlich nicht nur, aber auch beim Fotografieren von Produkten ein entscheidender Faktor. Kleiner Wert = Große Blendenöffnung = Unscharfer Hintergrund. Großer Wert = Kleine Blendenöffnung = Scharfer Hintergrund.
  • Belichtungszeit: Wert für die Öffnungszeit der Blende (auch Belichtungsdauer genannt). Die meisten Kameras bieten hier sehr gute Automatik-Einstellungen. Falls diese nicht genügen, hilft Ausprobieren: Ist die Belichtungszeit zu kurz, ist das Ergebnis unterbelichtet, eine zu lange Belichtungszeit führt zu überbelichteten Bildern, die zudem oft unscharf sind (Auflage bzw. Stativ verwenden!).
  • ISO: Wie oben schon erwähnt, sollte der ISO-Wert keine große Rolle für Sie spielen. Faustregel: Möglichst niedrig halten, damit die Bildqualität nicht unter diesem Wert leidet.
  • Blitz: Als Anfänger am besten erstmal komplett auf den Blitz verzichten. Profis benutzen ihn als Stilmittel und zur indirekten Beleuchtung. Ich kann nur sagen, dass ich nach wie vor regelmäßig am Einsatz von Blitzlicht scheitere.

4. Es werde Licht: Königsdisziplin Beleuchtung

Jeder arbeitet anders und viele (Hobby-) Fotografen empfehlen, natürliches Tageslicht bei der Produktfotografie einzusetzen. Aber das funktioniert für mich persönlich nicht gut. Zum einen bin ich so auf bestimmte Tageszeiten festgelegt, wobei ich aber besonders gerne abends und nachts arbeite. Und zum anderen habe ich es mit Tageslicht nie wirklich gut hinbekommen immer gleichartige Ergebnisse zu erzielen. Ich persönlich kann daher nur empfehlen: dunkeln Sie einen ihrer Räume komplett ab, schalten Sie ihre Tageslichtlampe(n) ein und arbeiten Sie somit komplett autark vom Sonnenlauf mit immer sehr ähnlichen Ergebnissen. So erhalten Sie leicht die gleiche Lichtfarbe in allen Bildern.

Um harte Schattenwürfe zu vermeiden, empfiehlt sich bei der Produktfotografie zudem der Einsatz von Diffusoren. Bei meinen beiden Lampen waren diese schon dabei. Halten Sie also entweder nach einem günstigen Produkt im Handel Ausschau, oder basteln Sie sich selbst eine Lösung, wenn Sie dies möchten. Eine Anleitungen dafür finden Sie z.B. hier: Diffusor für weiches Licht selbst gebaut. Und dann heißt es: Ausprobieren, ausprobieren und nochmals ausprobieren. Experimentieren Sie mit Position, Abstand und Menge der Lichtquellen bis Sie das gewünschte Ergebnis erhalten. Dann den idealen Aufbau am besten kurz fotografieren. Damit spart man sich viel Arbeit bei den nächsten Shootings.

Produktfotografie: Werk "8864.81Kilometers" nach Bildbearbeitung.
Produktfotografie: Werk "8864.81Kilometers" nach Bildbearbeitung | Foto: Moitao

5. Essentielles Feintuning: Die Bildbearbeitung

Am Anfang Stand die Idee. Dann folgten vielleicht Umräumarbeiten, um in der eigenen Wohnung überhaupt erst einmal eine geeignete Shooting-Umgebung zu schaffen. Schließlich konnte es losgehen mit der Produktfotografie: Lichtstimmung, erste Versuche, Dekoration dazu, weitere Versuche, Kameraeinstellungen ändern, noch mehr Versuche. Stunden später: Endlich fertig. Die Bilder sind im Kasten.

Doch bevor man sie wirklich veröffentlichen kann, fehlt noch ein sehr wichtiger letzter Schritt: Die Bildbearbeitung. Heutzutage geht praktisch nichts mehr ohne digitale Optimierung. Um diesen Artikel nicht zu sprengen, führe ich hier nur kurz in Stichpunkten auf, wie ich bei der Bearbeitung der Bilder für unseren Shop normalerweise verfahre. Jeder arbeitet hier anders, aber vielleicht hilft Ihnen diese Übersicht um nichts zu vergessen oder um auf neue Ideen zu kommen. Ich gehe fast immer so vor:

  • Zielgröße definieren: Ich treffe immer zuerst die Entscheidung, welche Maße das finale Bild haben soll. Denkt man vom Ergebnis her, erspart man sich meist einiges an Mehrarbeit und Ärger, welche mit späteren Änderungen und Größenanpassungen verbunden sein können.
  • Optische Korrektur: Hier geht es darum, kleine Fehler zu beseitigen, die optisch im Bild auftreten. Bei mir ist das manchmal eine kleine Rotation. Aber auch andere Verbesserungen sind denkbar. Allerdings, wenn man sehr viel rumschrauben muss, dann empfiehlt es sich meist, das Bild neu aufzunehmen.
  • Beschneiden: Wenn soweit alles stimmt, wähle ich den gewünschten Bildausschnitt bzw. beschneide das Bild auf die gewünschte Größe. Dies tue ich erst nach Schritt eins und zwei, da diese beiden Vorgänge den nutzbaren Bildbereich beeinflussen können.
  • Farben korrigieren: Nun sind die Farben an der Reihe. Falls ich diese nicht ganz wirklichkeitsgetreu hinbekommen habe, kümmere ich mich nun um den Feinschliff. Ggf. auch mittels Masken und partiellen Anpassungen.
  • Helligkeit, Kontrast, Sättigung und Schärfe: Meiner Erfahrung nach muss man diese Werte fast immer leicht anpassen um das gewünschte Ergebnis zu erhalten. Hier ebenfalls sehr nützlich: Die Helligkeit mittels Masken partiell bearbeiten. Damit entfernt man die letzten ungewünschten Schatten.
  • Bild säubern: Dies ist bei der Produktfotografie nicht immer notwendig. Allerdings muss ich mich hierum kümmern wenn ich Bilder mache, die später reproduziert werden sollen. Dieser Schritt kann extrem lange dauern und benötigt eine Engelsgeduld. Am besten viel Tee kochen und gute Hörspiele kaufen.
  • Wasserzeichen einarbeiten: Ebenfalls ein optionaler Schritt. Aber wenn Sie Ihre Bilder später online einsetzen wollen, kann ich nur dazu raten, ein Wasserzeichen einzubinden. Denn im Internet wird leider nach wie vor kräftig geklaut. Dabei verwende ich ein Wasserzeichen ausschließlich bei Bildern, die andere theoretisch zur Reproduktion nutzen könnten. Ansonsten versuche ich, eine unerlaubte Reproduktion über die Bildkomposition auszuschließen, da ein Wasserzeichen im Bild nicht wirklich schön aussieht.
  • Bildformat: Nun speichere ich das Bild noch im gewünschten Format ab. Meist ist dies JPEG, da es sich um komplexe Bilder handelt. PNG kommt bei mir nur zum Einsatz, wenn ich Transparenz benötige. Und GIF nutze ich generell nur für symbolhafte Grafiken ohne komplexe Farbverläufe, dieses Grafikformat spielt hier also keine Rolle.

Und noch ein kleiner Tipp: Falls Sie es nicht schon getan haben, dann kalibrieren Sie Ihren Computer-Monitor bevor Sie mit der Bildbearbeitung beginnen. Das ist bei fast allen modernen Modellen möglich. Kein einfaches Thema, aber hier gibt es eine gute Anleitung dazu: PC-Monitor richtig einstellen und kalibrieren.

Produktfotografie: Logo von kraken.io.Bilder optimal zu komprimieren lohnt sich immer. Dabei kommt es auf das ideale Verhältnis zwischen Qualität und geringer Dateigröße an. Ein Online-Tool, das diesen Spagat perfekt beherrscht ist kraken.io. Hier können Sie zwischen verlustfreier und verlustbehafteter Komprimierung wählen. Die Basisnutzung ist kostenlos. Ich liebe dieses Tool und kenne bisher kein besseres. Probieren Sie es einfach mal selbst aus.

6. Kleines Schlusswort

So, das war mein erster Artikel zum Thema Produktfotografie. Ich hoffe, er hat Ihnen gefallen und war hilfreich. Falls ja, dann hinterlassen Sie mir doch sehr gerne einen Kommentar. Falls nein, dann bitte auch. Ich freue mich auf Anregungen und Kritik. Und insbesondere auf Vorschläge zu nächsten möglichen Themen oder Aspekten, die ich weiter vertiefen soll.

Produktfotografie: Weiterführende Links

Wikipedia: Bildauflösungen in der Digitalfotografie
Wikipedia: Digitalkamera
Wikipedia: Kompaktkamera
Wikipedia: Makrofotografie
Wikipedia: Spiegelreflexkamera
Produktfotografie: Urheberrechtlicher Schutz im Internet