Aus Infografik - Salvador Dalí | Bild: Fabian Kockartz
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Wer Salvador Dalí war und was er getan hat muss man keinem Menschen mehr erklären. Dies gilt für viele Künstler, die ich im Rahmen dieser Serie vorstellen werde. Daher nähere ich mich dem Thema im Allgemeinen – und dem Künstler Dalí hier im Speziellen – von einer anderen Seite. In den Künstlerportraits teile ich in erster Linie meine Rezeption und Interpretation mit Ihnen. Bezüglich Fakten und historischer Ereignisse versuche ich, Details und Aspekte einzubeziehen, die eher unbekannt sind.

Abschließend präsentiere ich jeweils eine Infografik über den Künstler, die Sie sehr gerne herunterladen und teilen dürfen. Ich hoffe somit, etwas zu einer „frischen“ Sichtweise auf die jeweilige Persönlichkeit und ihre Werke beitragen zu können.

Doch genug der Einordnung. Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie eine Vorstellung der besonderen Art. Vorhang auf für eine Show zwischen Traum und Wirklichkeit. Ihr Gastgeber ist Salvador Dalí.

Die Werke von Salvador Dalí

Sinngemäß hat Salvador Dalí einmal gesagt, dass sich seine Bilder jeglicher einfachen Analyse entziehen. Im selben Kontext wies er darauf hin, dass er während des Malens selbst nicht immer die Bedeutung seiner Bilder verstünde, was aber nicht hieße, dass seine Bilder keine Bedeutung hätten.

Um noch einmal im eingangs eingeführten Bild zu bleiben: Für Sie als Rezipient von Dalís Werken heißt das, Sie können Ihren Verstand an der Garderobe abgeben bevor Sie ins Theater eintreten um sich seine Show anzuschauen. Nähert man sich Dalí mittels der Ratio, so bleibt man größtenteils an der Oberfläche. Die Werke des spanischen Exzentrikers lassen sich nicht hinreichend mit dem Verstand begreifen und erklären. Das müssen sie auch gar nicht.

Vielmehr stammen seine Visionen aus dem Unterbewusstsein. Jenem „Ort“, an dem Widersprüche unaufgelöst existieren „dürfen“. Weil es keine Instanz gibt, die sich daran stört. Niemand existiert, der wissen will, was richtig und was falsch ist. Dualismen gibt es hier nicht. Ebenso wenig wie Logik oder die bereits erwähnte Ratio. Ich hebe diesen Aspekt hier so deutlich hervor, da er meiner Meinung nach von zentraler Bedeutung ist, wenn man sich ernsthaft mit den Werken von Salvador Dalí auseinandersetzen will.

Die hypnotische Kraft seiner Arbeit

Schauen wir uns beispielsweise einmal „Die Beständigkeit der Erinnerung“ an – eine seiner wohl bekanntesten Arbeiten. Dies ist ein Werk, das exemplarisch für den Surrealismus stehen kann, dessen vielleicht berühmtester Vertreter Dalí ist. Das Bild ist auf eine markante Weise verstörend für den Geist und zugleich gespickt mit Symbolen. Diese Mischung evoziert geradezu das Bedürfnis im Betrachter, das Bild zu analysieren. Die symbolhaften Referenzen lassen zugleich extrem viel Raum für Interpretationen und persönliche Deutungen. So provoziert Dalí den Rezipienten. Und so locken seine Werke den Verstand desselbigen immer wieder in die Falle. Die zuschnappt, sobald der Betrachter davon überzeugt ist, dass seine Deutung die Wahrheit darstellt.

Dieses kognitive Rätsellabyrinth betritt der geneigte Kunstliebhaber auch bei der Auseinandersetzung mit dem Werk „Der Bahnhof von Perpignan“. Einer ebenfalls sehr bekannten Arbeit des Multitalents Salvador Dalí, welche er zeitweise als sein bis dato bestes Gemälde bezeichnete. Dieses Bild geht nach Angaben von Dalí selbst auf eine Vision zurück, die er hatte. Er berichtet seinen Zeitgenossen in diesem Zusammenhang von ekstatischen Geisteszuständen und der Wahrnehmung einer gleißenden Aura.

Auch die Titel seiner Werke wählte Dalí für gewöhnlich nicht so, dass sie verständnisfördern wirken oder den Zugang zu seinen Arbeiten erleichtern. Gute Beispiele hierfür sind: „Wrack eines Automobils, das ein blindes Pferd gebiert, das ein Telefon zerkaut“, „Traum, verursacht durch den Flug einer Biene um einen Granatapfel, eine Sekunde vor dem Aufwachen“ und „Mittelgroßes französisches Weißbrot mit zwei Spiegeleiern auf dem Teller ohne den Teller, zu Pferd beim Versuch der Sodomie mit einem Stück portugiesischen Brotes“.

Die automatisch entstehenden Kunstwerke (Das Bild gleicht einem Phänomen, das nicht das Ergebnis eines bewussten Prozesses ist), die kryptischen Titel, die nicht selten skandalös-lasziven Inhalte – all dies zusammengenommen verdeutlicht die anarchische / subversive Energie, die Dalís Schöpfungen innewohnt. Alles bezeichnend für die gesamte Bewegung des Surrealismus. Doch einiges Unterscheidet ihn von seinen Künstler-Kollegen.

Salvador Dalí: Das Marketing-Genie

Warum ich dieses Thema unterhalb der Überschrift „Die Werke von Salvador Dalí“ eingebunden habe? Ganz einfach: Wenn man es einmal genauer betrachtet, dann ist die Figur Dalí selbst eines seiner größten und genialsten Kunstwerke.

Bis heute zählt er zu den illustresten Künstlern, die jemals auf der Erde wandelten. Zeit seines Lebens hat er niemals einen Hehl daraus gemacht, dass er Erfolg, Ruhm und Reichtum abgöttisch liebte. Und der Mythos rundum Salvador Dalí – sowie sein Image als theatralisch, exzentrisches Künstlergenie – haben ihm geholfen, genau diese Dinge zu erreichen und immer weiter anzuhäufen.

Selbstverständlich fußte diese Selbstvermarktung auf handfestem Können. Dalí war ein begnadetes Multitalent. Er wirkte als Grafiker, Schriftsteller, Bildhauer, Bühnenbildner und natürlich Maler. Und was ihn in letztgenannter Disziplin besonders auszeichnete, war sein technisches Können. Dieses erlaubte es ihm, seine Bilder enorm penibel und detailverliebt umzusetzen. Auch dieser Aspekt – die Symbiose aus unrealistischen Inhalten in realistischer Ausführung – trägt sicherlich seinen Teil zur Faszination bei, die seine Bilder bis heute ausüben.

Das Leben des Künstlers

Salvador Dalí wird am 11. Mai 1904 im spanischen Städtchen Figueres geboren. Im Alter von 18 Jahren besucht er die „Real Academia de Bellas Artes de San Fernando“, eine namenhafte Kunstakademie in Madrid. Ungefähr zu dieser Zeit knüpft Dalí auch Kontakt zu anderen bedeutenden Intellektuellen und Künstlern. Unter ihnen z.B. Persönlichkeiten wie Luis Buñuel, Federico García Lorca und Pedro Garfias. Während seines Studiums stößt er auch zum ersten Mal auf die Schriften Sigmund Freuds – von dem Dalí später sagen wird, dass er ihn ausdrücklich schätze.

Bereits 1925 präsentiert der junge Maler der Öffentlichkeit seine erste Einzelausstellung. Zudem nimmt Dalí an der ersten Ausstellung der „Iberian Artists Society“ teil. Danach folgen ereignisreiche Jahre mit Besuchen in Paris, weiteren eigenen Ausstellungen und Veröffentlichungen in Form von Bildern, Büchern, Filmen und Zeitungsartikeln sowie Treffen von bedeutenden Persönlichkeiten der Kunstszene – unter anderen Pablo Picasso, Joan Miró, René Magritte u.v.m. Salvador Dalí setzt sich in seiner künstlerischen Arbeit mit vielen verschiedenen Stilrichtungen der Malerei auseinander. Die größte Berühmtheit erlangte er aber bekanntermaßen mit seinen surrealen Werken. Diese Reise zum Erfolg beginnt ca. um das Jahr 1930 herum. Wichtige frühe Stationen sind dabei seine Teilnahmen an der ersten Surrealismus-Ausstellung im nordamerikanischen Hartford (Wadsworth Atheneum) sowie der „Surrealism: Paintings, Drawings and Photographs“ in New York (organisiert von der Julien Levy Gallery).

Von extremer Bedeutung für seinen weiteren Werdegang ist auch die Realisierung des Films „Ein andalusischer Hund“, gemeinsam mit Luis Buñuel im Jahr 1929. Dieser macht die beiden Künstler über Nacht berühmt und markiert zugleich ihre Aufnahme in die Community der Pariser Surrealisten.

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs flüchten Dalí und seine Frau Gala zunächst nach Frankreich und anschließend ins Exil nach Hampton / Virginia (USA). 1942 erscheint Dalís Autobiografie: „Das geheime Leben des Salvador Dalí“ in New York. Sechs Jahre später kehren die Dalís wieder nach Europa zurück.

Im Laufe der 1950er Jahre erhält Dalí eine Privataudienz bei General Franco und eine Audienz bei Papst Johannes XXIII. Er heiratet seine Frau Gala und vollendet natürlich zahlreiche weitere Werke. In den Zeitraum um 1951 herum fällt auch der Anfang seiner sogenannten „korpuskularen Periode“.

1964 erhält er die Auszeichnung: Großkreuz der Königin Isabella von Spanien für seine künstlerischen Verdienste. Ein Jahr danach experimentiert das spanische Genie mit Holografie. 1972 sind Dalís Hologramme dann im Rahmen einer Ausstellung in New York zu sehen. Ungefähr von Mitte bis Ende der 1970er Jahre experimentiert er mit Stereoskopien.

Am 10. Juni 1982 verliert Dalí seine geliebte Frau Gala. 1983 vollendet er sein letztes Gemälde: „Der Schwalbenschwanz – Serie über Katastrophen“. Sechs Jahre später, am 23. Januar 1989, stirbt Dalí mit 84 Jahren in der spanischen Stadt Figueras, an Herzversagen und Atembeschwerden.

Der Künstler ist unter anderem unter folgenden Namensvarianten bekannt. Erstere ist akkurat, aber beide sind gebräuchlich:

  • Salvador Dalí
  • Salvador Dali

Weiterführende Links

Dalí – Die Ausstellung am Potsdamer Platz
Gala-Salvador Dalí Foundation (Englisch)
Salvador Dalí Videos auf YouTube

Quellenangabe

Gala-Salvador Dalí Foundatio: Biographie
Ohne Autor (2003): Dalí Kompakt. Stuttgart: Belser Verlag.
Weidemann, Christian (2007): Salvador Dalí. München u.a.: Prestel Verlag.
Wikipedia: Salvador Dalí

Infografik: Salvador Dalí

Infografik: Salvador Dalí.